Newsletter 01 / 2020

Newsletter 01 / 2020

Begrüßung

Liebe Leserinnen und Leser,
die Task Force Grenzgänger der Großregion (TFG 2.0) hat die letzten Monate genutzt, um neue Rechtsgutachten zu fertigen aber auch, um die Umsetzung von Lösungsvorschlägen zu begleiten. Während der Corona-Krise ist die TFG 2.0 von Institutionen und Entscheidungsträger wegen ihrer Expertise sehr gefragt gewesen. Untenstehend finden Sie alle Neuigkeiten des ersten Halbjahres 2020.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!
Ihr Team der TFG 2.0



1. Fortschritt in der Berechnungsmethode des Elterngeldes für Grenzgänger

Das deutsche Elterngeld soll dem Nettoarbeitsentgelt entsprechen, weshalb zur Berechnung nach dem BEEG eine (fiktive) Steuer zugrunde gelegt wird. Für Grenzgänger, die in Frankreich wohnen und die in Frankreich steuerpflichtig sind, ist auf Antrag die tatsächliche französische Steuer zugrunde zu legen. Da aber im Zeitpunkt der Antragstellung die maßgeblichen französischen Steuerbescheide noch nicht vorliegen (können), wird stellenweise vorläufig mit einer deutschen fiktiven Steuer gerechnet. Eine Nachberechnung, die in der Regel mit einer hohen Nachzahlung an die Antragsteller verbunden ist, erfolgt mitunter erst über ein Jahr später. Diese Handhabung ist nachteilig für die Grenzgänger, da diese gerade im Zeitraum nach der Geburt des Kindes den größten finanziellen Ausfall haben.


Im Jahr 2019 hat die TFG 2.0 dieses Thema bearbeitet und ein Rechtsgutachten erstellt.
Aus Sicht der TFG 2.0 stellt diese Vorgehensweise eine ungerechtfertigte Benachteiligung der Grenzgänger und einen Verstoß gegen die Rechtsprechung des EuGH dar. Darüber hinaus kommt die TFG 2.0 zu dem Ergebnis, dass es sich um eine fiskalische Doppelbelastung handelt, die mangels Besteuerungshoheit Deutschlands nicht vorgenommen werden darf.


Seit Mai 2020 ist ein erster Erfolg zu vermelden. In Folge des Rechtsgutachtens der TFG 2.0 und ihres Einsatzes bei den zuständigen deutschen Institutionen erfolgt die Berechnung des Elterngeldes sofort anhand der französischen Steuer, sobald der Grenzgänger dies ausdrücklich wünscht. Diese neue Vorgehensweise stellt eine richtige Verbesserung für die Grenzgänger dar!


Nichtdestotrotz wird sich die TFG 2.0 weiterhin für diese Thematik einsetzen. Die TFG 2.0 vertritt nach wie vor die Auffassung, dass im Falle von Grenzgängern keinerlei Abzüge gemacht werden sollten. Diese Frage wird zurzeit auf föderaler Ebene geprüft.

 

 

2. Veröffentlichung einer Bestandsaufnahme und einer Zusammenfassung über die Telearbeit von Grenzgängern in der Großregion (DE FR LUX BE)

Die Großregion verzeichnete im Jahr 2019 rund 250.000 Grenzgänger, die in einem Land wohnen und in einem anderen Land beschäftigt sind.


Die Digitalisierung der Arbeitswelt ermöglicht es Arbeitnehmern und auch den Grenzgängern im verstärkten Maße, ihre Tätigkeiten außerhalb der Räumlichkeiten des Arbeitgebers zu erbringen.


Gerade in der Großregion mit ihren zahlenmäßig bedeutenden Pendlerströmen verbinden sich damit Möglichkeiten, den täglichen Verkehrsproblemen zu begegnen. Insbesondere Luxemburg als attraktivster Arbeitgeber für Grenzgänger aus Deutschland, Frankreich und Belgien könnte sein Verkehrssystem dadurch erheblich entlasten.


In ihrer Bestandsaufnahme „Die Telearbeit von Grenzgängern in der Großregion (DE, FR, LUX, BE)“ vom April 2020 stellt die TFG 2.0 zunächst Begriffsbestimmung, Erscheinungsformen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Telearbeit in den verschiedenen Ländern der Großregion dar.


Danach analysiert die TFG 2.0 die besonderen Auswirkungen der Ausübung von Telearbeit für Grenzgänger auf dem Gebiet des Arbeits-, Sozialversicherungs- und des Steuerrechts.


Anschließend erfolgt eine Übersicht über die Vereinbarungen, die zum Thema Telearbeit von Grenzgängern in Zeiten der COVID-19 Pandemie zwischen den Ländern der Großregion beschlossen worden sind.


In ihrer Zusammenfassung „Telearbeit von Grenzpendlern in der Großregion“ vom Juni 2020 untersucht die TFG 2.0 die Auswirkungen von Telearbeit auf den Grenzgänger (Pendler) selbst, aber auch auf seinen Arbeitgeber und auf die betroffenen Staaten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den mit diesem Thema verbundenen Herausforderungen. Die TFG 2.0 schlägt Überlegungsansätze vor, um die Ausübung von Telearbeit von Grenzgängern in der Großregion in der Zukunft möglicherweise zu erleichtern.

3. Entwicklung bezüglich des Themas "Schaffung eines Mechanismus zur Überwindung rechtlicher und administrativer Hindernisse in einem grenzübergreifenden Kontext-ECBM

Die Europäische Kommission hat am 29.5.2018 einen Vorschlag für eine Verordnung über einen Mechanismus zur Überwindung rechtlicher und administrativer Hindernisse in einem grenzübergreifenden Kontext, auch ECBM genannt, vorgelegt. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass dem jeweiligen Mitgliedstaat die Möglichkeit gegeben wird, in einem bestimmen Gebiet und Zeitraum die Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaates freiwillig zur Anwendung zu bringen.

Die TFG 2.0 begrüßt in ihrer Gesetzesfolgenabschätzung (Februar 2019) grundsätzlich die Initiative der Europäischen Kommission, eine Verordnung zur Schaffung eines Mechanismus zur Beseitigung rechtlicher und administrativer Hindernisse in einem grenzübergreifenden Kontext vorzuschlagen. Allerdings erfordert dieses ehrgeizige Projekt noch Überlegungen und Änderungen, bis es ausgereift ist und einen echten Mehrwert schafft.

Insbesondere ist aus Sicht der TFG 2.0 zwischen einem Verfahren und der Einführung dieses Mechanismus zu unterscheiden. Die Schaffung von grenzüberschreitenden Koordinierungsstellen sieht die TFG 2.0 als sinnvolles Vorhaben, welches unabhängig von der Einführung des ECBM erfolgen soll. Die TFG 2.0 ist am 6.03.2020 von der Kommission 6 des IPR eingeladen worden, um diese Analyse vorzutragen.

Das Verfahren ist unterbrochen worden als Folge eines Antrages einiger Mitgliedstaaten, um ein Gutachten des juristischen Dienstes des Rates zu bekommen. Der juristische Dienst hat am 2. März 2020 sein Gutachten vorgestellt. Das Rechtsgutachten wirft im Wesentlichen zwei Fragen auf: 

  1. Eignung der Rechtsgrundlage und Vereinbarkeit mit den Verträgen der Europäischen Union.
  2. Eignung der Wahl einer Verordnung insbesondere mit Blick auf die Freiwilligkeit.

Die TFG 2.0 hat die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammengefasst (Siehe Zusammenfassung und Analyse, März 2020)

4. Unsicherheit bezüglich der Besteuerung der von Grenzgängern bezogenen Abfindungen (DE FR)

Einige Arbeitsmarktakteure der Großregion haben die TFG 2.0 darauf aufmerksam gemacht, dass derzeit in der Praxis die Schwierigkeit besteht, den zuständigen Staat zu bestimmen, der die Besteuerungshoheit über Abfindungen hat, die in Frankreich wohnhaften Grenzgängern gezahlt werden.

Aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen Unternehmen im deutschen Grenzgebiet in letzter Zeit konfrontiert waren, wurden bzw. werden demnächst Abfindungen an zahlreiche, in Frankreich wohnhafte Grenzgänger ausbezahlt. Es ist daher unbedingt notwendig, die steuerliche Behandlung dieser Zahlungen zu klären.

Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob Abfindungen in den Geltungsbereich der in Artikel 13 Abs. 5 DBA Deutschland-Frankreich enthaltenen Grenzgängerregelung fallen.

In einem am 16.01.2018 ergangenen Urteil entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg, dass die Grenzgängerregelung nicht anwendbar ist, und daher die Abfindungen ausschließlich im Tätigkeitsstaat (d.h. in Deutschland) zu besteuern sind. Dies war nicht die Lösung, die bisher angewendet wurde, was Fragen aufwirft.

In ihrem Informationsvermerk vom April 2020 hat die TFG 2.0 die aktuelle Lage in groben Zügen beschrieben.

Die TFG 2.0 kommt zu dem Ergebnis, dass im Rahmen der Anwendung des DBA Deutschland-Frankreich Rechtsunsicherheit besteht in Bezug auf die Frage, welchem Staat das Besteuerungsrecht für die an Grenzgänger gezahlten Abfindungen zusteht.

Die TFG 2.0 empfiehlt den Abschluss einer weiteren Verständigungsvereinbarung zwischen beiden Staaten zur Festlegung des Staates, der für die Besteuerung der von Grenzgängern bezogenen Abfindungen zuständig ist, wie es bereits im Rahmen von anderen internationalen Steuerabkommen der Fall ist.

5. Kurzarbeitergeld, wenn Unternehmen in Deutschland keine Niederlassung haben

In der durch die COVID-19-Pandemie ausgelösten außergewöhnlichen Krisensituation ist Kurzarbeit ein wesentliches Instrument zur Vermeidung einer massiven Vernichtung von Arbeitsplätzen. In diesem Zusammenhang hat sich herausgestellt, dass die nationalen Gesetzgeber bisher die Lage einer bestimmten Personengruppe nicht bedacht haben, und zwar Personen, die bei einem Unternehmen beschäftigt sind, das im Land, in dem sie tätig und wohnhaft sind, keine Niederlassung hat.

Diese Personen sind gemäß der europäischen Verordnung Nr. 883/2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit nur in einem Mitgliedstaat sozialversichert, nämlich im Staat, in dem sie ihre Berufstätigkeit tatsächlich ausüben.

Von den Unternehmen wurde oftmals verlangt, dass sie in diesem Staat über eine Niederlassung verfügen, um für die betroffenen Arbeitnehmer einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld geltend machen zu können.

In Frankreich hat man diese Gesetzeslücke rasch erkannt und die Rechtsvorschriften angepasst, damit Unternehmen, die in Frankreich keine Niederlassung haben, dort jedoch im französischen System der sozialen Sicherheit versicherte Arbeitnehmer beschäftigen, die Möglichkeit haben, einen Antrag zu stellen und diese Unterstützung gegebenenfalls für die betroffenen Arbeitnehmer zu erhalten. Die gleiche Frage stellte sich für Arbeitnehmer von Unternehmen, die in Deutschland weder ihren Sitz, noch eine Niederlassung haben.

Die TFG 2.0 und andere Institutionen haben diese Problematik an politische Entscheidungsträger herangetragen. Daraufhin beantragten die saarländischen Staatssekretäre Barke und Theis in einem an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gerichteten gemeinsamen Schreiben, dass Unternehmen, die in Deutschland keine Niederlassung haben, dort jedoch im deutschen System der sozialen Sicherheit versicherte Arbeitnehmer beschäftigen, das Recht gewährt wird, Kurzarbeitergeld (KUG) zu beantragen und gegebenenfalls zu beziehen.

Im Antwortschreiben vom 19. Mai 2020 teilte Staatssekretärin Leonie Gebers vom deutschen Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit, dass nach deutschem Recht das Bestehen einer Niederlassung in Deutschland eine unabdingbare Voraussetzung ist.

Die TFG 2.0 ist der Ansicht, dass das deutsche Recht im Ergebnis nicht mit den vorzitierten Bestimmungen des europäischen Sozialrechts im Einklang steht, wenn es Unternehmen, die in Deutschland über keine Niederlassung verfügen, nicht gestattet, Anträge auf KUG für ihre Arbeitnehmer zu stellen, die ihre Beiträge zur deutschen Sozialversicherung leisten.

Die TFG 2.0 spricht sich für eine Änderung der deutschen Rechtsvorschriften aus. Eine solche Änderung liegt auch im Interesse des deutschen Staates, denn als zuständiger Staat müsste er diese Personen gegebenenfalls entschädigen, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Es scheint zweckdienlich zu sein, die Erhaltung dieser Arbeitsplätze zu fördern. (Hier die Zusammenfassung der Problematik)

6. Neue Mitarbeiterin bei der TFG 2.0

Seit Anfang Januar 2020 verstärkt die französische Juristin, Frau Alfonsine Camiolo, das Team der TFG 2.0. Wir wünschen ihr an dieser Stelle einen guten Start und viel Erfolg für die bevorstehenden Aufgaben!

7. Nora Benyoucef wendet sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu

Im April 2020 hat sich unsere Kollegin Nora Benyoucef einer neuen beruflichen Herausforderung zugewandt. Wir bedanken uns ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit.

 

Mot d‘accueil

Chères lectrices, chers lecteurs,
La Task Force Frontaliers de la Grande Région 2.0 (TFF 2.0) a utilisé ces derniers mois pour élaborer de nouveaux dossiers juridiques et accompagner la mise en œuvre des propositions de solutions déjà publiées. Pendant la crise due au COVID 19, la TFF 2.0 a été très sollicitée par les Institutions et décideurs politiques auxquels elle a apporté son expertise. Vous retrouverez ainsi toutes nos actualités dans cette newsletter du premier semestre de l’année 2020.
Nous vous souhaitons une agréable lecture !
Votre équipe de la TFF 2.0

 

 

1. Progrès dans le mode de calcul de l’allocation parentale « Elterngeld » pour les travailleurs frontaliers

L’allocation allemande de congé parentale doit correspondre à la rémunération nette, c’est pourquoi selon la loi fédérale allemande portant sur le congé parental et l’allocation de congé parental « BEEG » un impôt fictif est utilisé. Pour les travailleurs frontaliers qui résident en France et qui y sont imposables, c’est l’impôt réel français qui doit être retenu dès qu’une demande est formulée.

La difficulté est qu’au moment de la demande, l’avis d’impôt déterminant français n’est pas encore disponible, c’est pourquoi, ici et là, un calcul provisoire est opéré au moyen d’un impôt fictif allemand. Un re-calcul, qui le plus souvent entraine un paiement complémentaire à l’intention du demandeur, est effectué au plus tôt une année plus tard.

Cette pratique est pénalisante pour les travailleurs frontaliers, qui justement au moment de la naissance d’un enfant ont des pertes de revenus importantes. Courant 2019, la TFF 2.0 a réalisé un dossier d’expertise juridique concernant cette problématique.

La TFF 2.0 est d’avis que cette manière de procéder constitue une discrimination non justifiée des travailleurs frontaliers allant à l’encontre de la jurisprudence de la CJUE.

D’autre part, la TFF 2.0 arrive à la conclusion que le mode de calcul entraine une double ponction fiscale qui ne devrait pas avoir lieu du fait que l’Allemagne ne possède pas la souveraineté fiscale pour le faire.
Depuis mai 2020  un premier succès vient d’être confirmé à la TFF 2.0. Suite à notre dossier et intervention auprès des institutions allemandes compétentes, le calcul de l’allocation parentale « Elterngeld » se fait dorénavant directement et sans différé sur la base d’impôt français dès que le travailleur frontalier en exprime le souhait. Ceci est une belle avancée pour les travailleurs frontaliers!

Néanmoins la TFF 2.0 reste active puisque nous pensons qu’aucune retenue d’impôt ne devrait être opérée dans le cas des travailleurs frontaliers dès lors que l’Allemagne ne dispose pas de la souveraineté fiscale. Ce second point fait l’objet d’un examen au niveau fédéral allemand.

 

 

 



2. Publication d’un état des lieux et d’un résumé sur le télétravail des frontaliers dans la Grande Région (DE FR LUX BE)

En 2019, la Grande Région comptait 250.000 travailleurs frontaliers ayant leur résidence dans un pays et travaillant dans un autre.


La numérisation du monde du travail offre à des travailleurs, y compris à des frontaliers, la possibilité d’accomplir leur travail davantage hors des locaux de l’employeur.


C’est justement dans la Grande Région, caractérisée par ses puissants flux de déplacements transfrontaliers, que s’ouvrent ainsi des possibilités de résoudre les problèmes de transport quotidien. En particulier le Luxembourg, en tant que bassin d’emploi le plus attractif pour les travailleurs frontaliers venant d’Allemagne, de France et de Belgique, pourrait trouver là le moyen de délester considérablement son système de transports.


Dans son état des lieux « Le télétravail des travailleurs frontaliers dans la Grande Région (DE, FR, LUX, BE) » d’avril 2020, la TFF 2.0 commence par présenter une définition du télétravail et passer en revue les différents types de télétravail rencontrés ainsi que les points communs et les différences du télétravail dans les divers pays de la Grande Région.


La TFF 2.0 analyse ensuite les répercussions du télétravail sur les travailleurs frontaliers, en matière de droit du travail, de droit de la sécurité sociale et de droit fiscal. 


Pour finir, la TFF 2.0 passe en revue les accords conclus entre les pays de la Grande Région concernant le télétravail des travailleurs frontaliers en temps de pandémie de COVID-19.


Dans son résumé « L’exercice de télétravail par les navetteurs au sein de la Grande Région » de juin 2020,  la TFF 2.0 reprend de manière synthétique les répercussions du télétravail pour le travailleur frontalier (navetteur) lui-même, mais aussi pour son employeur et les Etats concernés en mettant l’accent sur les enjeux de cette thématique et en proposant ses pistes de réflexion quant à une éventuelle facilitation du recours au télétravail des navetteurs au sein de la Grande Région dans l’avenir.

 

 

3. Développements dans le cadre du dossier « création d’un mécanisme visant à lever les obstacles juridiques et administratifs dans un contexte transfrontalier- ECBM »

La Commission européenne a, le 29 mai 2018, présenté une proposition de règlement visant à lever les obstacles juridiques et administratifs dans un contexte transfrontalier également appelé ECBM.
Ce règlement se caractérise par la création de la possibilité qu’un Etat membre applique de manière volontaire dans une région frontalière et pour une période déterminée les dispositions légales d’un autre Etat membre.
La TFF 2.0 dans son dossier d’analyse d’impact réalisé en février 2019 salue fondamentalement l’initiative de règlement de la Commission européenne permettant de créer un tel mécanisme, néanmoins ce projet ambitieux nécessite encore des réflexions et changements afin d’apporter une réelle plus value. En particulier une différenciation entre la procédure et la création de point de coordination transfrontalière parait à la TFF 2.0 souhaitable. La TFF 2.0 a eu de nouveau l’opportunité de présenter cette analyse lors d’une réunion de la Commission 6 du Conseil Parlementaire Interrégional le 6 mars 2020.
La procédure a été interrompue suite à une demande de certains Etats membres d’obtenir une expertise du service juridique du Conseil de l’Union. Le 2 mars 2020, celui-ci a rendu son avis. Cette expertise répond essentiellement à deux questions à savoir :

1) L’appropriation du choix de la base juridique et la compatibilité avec les Traités de l’Union européenne ;
2) Le caractère adéquat du règlement, notamment au regard du volontariat ?
La TFF 2.0 a résumé les points essentiels de l’expertise du service juridique. (Résumé et Analyse de la TFF 2.0, mars 2020). 

4. Incertitude concernant l’imposition des indemnités de départ « Abfindungen » des travailleurs frontaliers (DE FR)

Certains acteurs du marché du travail frontalier de la Grande Région ont attiré l’attention de la TFF 2.0 sur le fait qu’il existe actuellement en pratique une difficulté à déterminer l’Etat compétent pour imposer les indemnités de départ « Abfindungen » versées à des salariés frontaliers travaillant en Allemagne et résidant en France.

À la suite de difficultés économiques rencontrées récemment par des entreprises situées dans la zone frontalière allemande, un nombre considérable de salariés frontaliers résidant en France a perçu ou s’apprête à percevoir des indemnités de départ et une clarification relative au traitement fiscal de ces sommes apparait comme nécessaire.

La question qui se pose ici est notamment de savoir si les indemnités de départ entrent dans le champ d’application de la règle spéciale relative au statut de frontalier de l’article 13 par. 5 de la Convention fiscale franco-allemande.

Il fut décidé dans un jugement du Tribunal des finances de Bade-Wurtemberg en date du 16.01.2018 que la règle spéciale relative au statut de frontalier n’était pas applicable et que donc ces indemnités  étaient imposables dans l’Etat d’activité uniquement, ce qui a soulevé des interrogations car ce n’était pas la solution mise en œuvre jusqu’alors.

Dans sa note d’information d’avril 2020, la TFF 2.0 dresse un état des lieux rapide de la situation actuelle.
La TFF 2.0 arrive à la conclusion qu’il existe actuellement dans le cadre de la Convention fiscale franco-allemande une incertitude juridique quant à l’Etat disposant de la souveraineté fiscale pour l’imposition des indemnités de départ.

La TFF 2.0  recommande la signature d’un accord amiable entre les deux Etats,  accord qui précisera l’Etat compétent pour imposer l’indemnité de départ comme cela existe déjà s’agissant d’autres conventions fiscales internationales.



5. L’obtention de chômage partiel en Allemagne pour les salariés d’entreprises qui ont leur siège à l’étranger

En cette période de crise, l’instrument du chômage partiel est un outil primordial pour éviter la destruction massive de postes de travail. Or il est apparu que la situation d’un certain groupe de personnes avait jusqu’à présent été oubliée par les législateurs nationaux. Il s’agit des personnes employées par une entreprise n’ayant pas de siège dans l’Etat membre où ces personnes travaillent et résident.
Ces personnes sont, conformément au règlement européen n°883/2004 portant sur la coordination des systèmes de sécurité sociale, affiliées dans un seul Etat membre et il s’agit de l’Etat dans lequel elles exercent effectivement l’activité professionnelle.

Il était très souvent exigé des entreprises qu’elles disposent d’un établissement dans l’Etat en question pour pouvoir déposer et obtenir des prestations de chômage partiel pour les salariés concernés.

La France a très vite identifié ce vide juridique et opéré a une modification de sa législation afin de permettre aux entreprises sans établissement en France employant des personnes sur le sol français qui sont affiliées au système de sécurité sociale français de pourvoir déposer une demande et le cas échéant de pourvoir bénéficier de cette aide pour les salariés en question.

La même question s’est posée pour les salariés employés par une entreprise ne disposant pas d’établissement ou de siège en Allemagne.

La TFF 2.0 ainsi que d’autres institutions ont relayé cette problématique auprès des décideurs politiques. C’est ainsi que conjointement les secrétaires d’Etat M. Barke et M. Theis ont écrit au Ministère fédéral allemand du travail et des affaires sociales en demandant que la possibilité soit ouverte aux entreprises sans établissement en Allemagne mais y employant des personnes qui sont affiliées au système allemand de sécurité sociale d’effectuer une demande et le cas échéant de pouvoir percevoir la prestation de chômage partiel.

La secrétaire d’Etat, Mme Leonie Gebers, du Ministère fédéral allemand du travail et des affaires sociales a répondu dans une lettre du 19 mai 2020. Selon ce courrier, d’après le droit allemand, il est incontournable qu’un établissement existe sur le territoire allemand.

La TFF 2.0 est d’avis qu’en refusant aux entreprises n’ayant pas d’établissement en Allemagne de déposer une demande en faveur de ces salariés qui cotisent pleinement au système de sécurité sociale allemand, le droit allemand est dans son résultat contraire aux dispositions du droit social européen précitées.

La TFF 2.0 plaide pour une modification de la législation allemande dans son propre intérêt. En effet en tant qu’Etat compétent, elle sera de toute façon compétente pour le cas échéant indemniser les personnes en situation de chômage complet. Il est peut être plus opportun d’encourager la sauvegarde de ces postes de travail. (Lien vers le résumé)



6. Nouvelle collaboratrice à la TFF 2.0

Depuis début janvier 2020, Madame Alfonsine  Camiolo, juriste française a rejoint l’équipe de la TFF 2.0.
Nous lui souhaitons un excellent début dans ses nouvelles fonctions et pleine réussite dans ses prochaines missions !

7. «Merci et au revoir» – Nora Benyoucef part pour de nouvelles fonctions

Début avril 2020 Mme Nora Benyoucef s’est lancée dans un nouveau défi professionnel. Nous la remercions chaleureusement pour sa collaboration au cours de ces dernières années.

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